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Die von COGITARIS durchgeführte Online-Umfrage Altenpflege im Fokus 2018, gibt den Mitarbeitenden in der Pflege eine Stimme, um für bessere Rahmenbedingungen seitens der Politik zu kämpfen. Das ist auch nötig, denn wie die Ergebnisse offenbaren, hat das PSG II die angespannte Situation in der Branche bislang nicht verbessert.

Das 2017 in Kraft getretene zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) gilt als die größte Reform der Pflegeversicherung seit ihrem Bestehen. Im Herbst 2018, also knapp zwei Jahre nach der Einführung, hat das Marktforschungsinstitut COGITARIS im Auftrag des Vincentz Network im Rahmen der Online-Umfrage Altenpflege im Fokus 2018 untersucht, welche Effekte sichtbar sind. Dabei zeigt sich: Die Arbeitssituation von Pflegefachkräften aus der stationären Langzeitpflege hat sich nicht etwa verbessert, sondern weiter verschlechtert.

Gestiegene Anforderungen bei stagnierender Personalausstattung führen zu Qualitätsproblemen in den Pflegeeinrichtungen

Die Online-Befragung fand zwischen dem 10. September 2018 und dem 1. Oktober 2018 statt. Befragt wurden insgesamt 720 Fachkräfte aus stationären Einrichtungen in Deutschland, die ganz nah dran sind an den Problemen in der Altenpflege. Das Bild, das die Teilnehmer der Umfrage Altenpflege im Fokus 2018 zeichnen, ist ebenso eindeutig wie alarmierend: Trotz deutlich steigender Anforderungen insbesondere in der Langzeitpflege (97 Prozent Zustimmung) sowie einer gestiegenen Zahl von Bewohnern mit hohem Pflegeaufwand (87 Prozent Zustimmung) sagt nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Pflegedienstleitungen, die Personalausstattung habe sich seit Einführung des PSG II in ihren Einrichtungen erhöht oder wurde angepasst. Der seit Jahren steigende Fachkräftemangel im Pflegebereich verstärkt die Probleme in der Altenpflege zusätzlich.

Wie COGITARIS in der Online-Umfrage herausfand, sorgen gestiegene Anforderungen bei knappem Personalstand, zunehmend für Qualitätsprobleme im Pflegesektor: 92 Prozent der Befragten meinen, es werde immer schwerer gute und qualitätsvolle Pflege zu gewährleisten. Gegenüber 2016 entspricht dieser Wert einer Zunahme von sieben Prozentpunkten. 94 Prozent beklagen zudem über zu wenig Zeit für die Belange der Bewohner, während vor zwei Jahren noch 86 Prozent dieser Aussage zustimmten. Beides erklärt, weshalb 95 Prozent der Pflegefachkräfte regelmäßig das Gefühl haben, dem eigenen pflegefachlichen Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Dass psychische Belastungen (72 Prozent Zustimmung) und negative Auswirkungen der Arbeitsbelastung auf das Familien- und Privatleben der Pflegefachkräfte (92 Prozent Zustimmung) weiter zugenommen haben, verwundert bei diesen Ergebnissen nicht.

Probleme in der Altenpflege transparent machen

Die Umfrageergebnisse machen sichtbar, wo die alltäglichen Probleme im Altenpflege-Sektor für das Pflegepersonal auch nach der Einführung des PSG II liegen. Das Urteil von Monika Gaier, Chefredakteurin der Zeitschrift Altenpflege im Vincentz Network, ist angesichts dieser alarmierenden Werte nur logisch: „Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein dramatisches Bild“, sagt sie. Die Umfrage habe deutlich gemacht, dass sich die Arbeitssituation für die Pflegekräfte in der stationären Pflege entgegen aller Verbesserungsversprechen von Seiten der Politik bei Einführung des PSG II immer weiter verschlechtere und der Altenpflege-Sektor noch immer auf einen Kollaps zusteuere.

Mithilfe der erhobenen Daten im Rahmen der Umfrage Altenpflege im Fokus 2018 ist es der Studie Altenpflege im Fokus somit gelungen, die Missstände transparent zu machen und Auftraggebern eine Gesprächsgrundlage für dringend benötigte Gegenmaßnahmen seitens der Politik an die Hand zu geben. Wichtig ist dabei, die Sinnhaftigkeit der Problemlösungen auch anschließend kontinuierlich zu überwachen. Denn wie Gaier festhält: „Diese können ihre Effekte erst später zeigen."